Archiv der Kategorie: Allgemein

Aufräumen. Oder so.

Aufräumen. Oder so. Oder auch nicht. Es ist seltsam. Wenn die Vergangenheit wieder auftaucht. In welcher Form auch immer. Vor geraumer Zeit, es dürfte ca. 25 Jahre her sein, also Mitte bis Ende der 1980er Jahre, gab es vielerlei Musik. Musik von Neuer Deutsche Welle über Schlager bis Pop und so weiter. Ein paar Stimmen und Personen konnten aus der Masse heraus treten, jene sind es, die zumindest ich auch heute noch hören kann. Und bemerkenswerterweise sehen kann, dank YouTube sind deren Videos mit wenigen Klicks zu finden. Oder anders – manches ist einfach zeitlos gut.

Das Seltsame dabei – eine Sängerin fand ich damals von der Stimme und den Liedern her sehr gut, wollte es aber nicht zwangsläufig zugeben. Als “Teenager” hat man so seine Eigenheiten. Auch als Frau, oder vielmehr als “Typ Frau” zog jene Sängerin meine Aufmerksamkeit auf sich. Ich verrate an dieser Stelle nicht, um wen es sich handelt, es wäre zu eindeutig. Ich war auch nie wirklich Fan jener Sängerin, konnte die Lieder ganz gut hören, das war es aber auch. Nicht, dass ich auf Konzerte gegangen wäre oder ähnliches… Das Kuriose dabei – um es mal neutral zu formulieren, meine “Umwelt” bemerkte meine Aufmerksamkeit für jene Sängerin. Ich wollte es hingegen weder zugeben, noch wahrhaben, denn eigentlich war sie auch nicht “mein Typ”. Dachte ich zumindest. Damals.

Nun gut, ich war junge – und dumme – 16, oder 17, oder 18, letztlich spielt dies keine Rolle, und Frauen Mitte 20 interessierten mich damals sowieso nicht. Vor kurzem habe ich im Rahmen einer Sonderaktion bei Amazon.de dann ein paar Alben erstanden, und da ich gerade in der 80er-Retro-Welle schwamm, unter anderem auch ein Best-Of-Album jener Sängerin. Man erinnere sich – in den 80ern hat man Lieder auf Musikkassette vom Radiosender aufgenommen. Sicherlich habe ich irgendwo im Keller auch noch ein paar Aufnahmen jener Sorte, aber die Qualität möchte ich eigentlich nicht mehr kennen lernen. So schaufelte (shuffelte?) mich mein MP3-Player heute zu diversen Musikstücken aus jenem Album. Und ich bemerkte erneut, dass sich die Lieder noch sehr gut hören lassen.

Aber was mich wirklich überraschte – als ich daraufhin noch ein paar der Stücke auf YouTube sah und hörte, bemerkte ich, dass jene Sängerin tatsächlich nicht schlecht ausgesehen hat, sowohl damals als auch heutzutage in Relation zu ihrem Alter. Na gut, wir werden alle nicht jünger. Und noch viel seltsamer – tatsächlich würde ich sie aus heutiger Perspektive als “meinen Typ” Frau bezeichnen. Als Frau, die mich rein vom Äußerlichen her interessieren könnte. Das soll nicht heißen, dass ich nun in Schwärmerei ausbreche oder plötzlich zum verrückten Fan mutiere, sondern mich erstaunt vielmehr, dass meine damalige “Umwelt” mit ihrer Einschätzung recht hatte. Obwohl ich es selbst nicht wusste. Heute hätte ich auch kein Problem damit, dies zuzugeben. Damals hingegen wollte ich es nicht wirklich glauben.

Mitunter spielt einem das Leben merkwürdige Streiche, hinzu kommen Wiederholungen, Schleifen, Abzweigungen, die man kurz zuvor nicht für möglich gehalten hätte. Vielleicht wäre es sinnvoll, in diesen Momenten ein wenig inne zu halten und nicht nur die Gedanken aufzuräumen. Leben aufräumen. Nicht unbedingt nach dem Motto je öfter, je besser, aber von Zeit zu Zeit sicherlich eine der sinnvolleren Ideen. Nicht zuletzt, da dies wiederum Platz schafft für Neues, oder zumindest eine Struktur schaffen könnte, in der sich wieder ein wenig mehr Raum befinden könnte. So dass Assoziationen fließen und sich Gedanken entfalten können.

Leben aufräumen. Oder so. Und sei es, indem Tasks auf der Todo-Liste abgehakt oder Regale aufgebaut werden.

 

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Udo Jürgens – Irrfahrt mit Rettungswagen?

Ich bin kein Freund von Verschwörungstheorien. Mitunter stelle ich mir jedoch kritische Fragen. Der Tod von Udo Jürgens ist für mich als langjährigem Fan noch immer unfassbar. Erst recht aufgrund der Tatsache, dass dieser so plötzlich und unerwartet kam. Ich möchte mich gar nicht in die Schlagzeilen einreihen, die mitunter seltsame Stilblüten mit sich bringen. Etwa “Wie gefährlich ist Rührei mit Speck?“. Auch der bereits herauf beschworene “wüste Streit ums Erbe” wird hoffentlich vermieden werden, da ein solcher dem Gedenken von Udo Jürgens einfach nicht würdig wäre.
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Nein!

Einfach nein. Was ist daran so schwer? Öfter mal nein sagen. Ach ja, dann ist man ja nicht sozial kompetent. Und klar, immer geht irgendwas. Herumgestümper zum Beispiel. Besonders in der Software-Entwicklung sehr weit verbreitet. Anstatt ein “nein, das geht nicht” oder ein wenig diplomatischer “nein, das geht jetzt nicht, wir können später darüber nachdenken” muss es weichgespült umschrieben werden. Ja, das geht, aber ist schwierig, weil dieses und jenes Feature dem gegenüber steht, und erst dieser oder jener Hotfix eingespielt werden muss, der wiederum Abhängigkeiten gegenüber… Blablabla!
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Planlos – oder: kurz- und mittelfristige Planung…

Kleine Anekdote aus dem Bereich Unternehmensführung… Gestern hatten wir ein Strategie-Meeting zu einem bestimmten Bereich. Die erste Stunde hätten sich drei Viertel der Beteiligten sparen können, da alles bereits bekannt, jedoch wollte der Geschäftsführer nicht auf sehr ausführliche Erläuterungen verzichten. Danach wurde es ein wenig produktiver – immerhin.

Die Strategie für das weitere Vorgehen zu einem bestimmten Thema wurde diskutiert und festgelegt. Soweit in Ordnung. Dann wurde ich auf zwei Schlagworte aufmerksam – und zwar kurzfristig sowie mittelfristig. Kurzfristig soll dies und jenes passieren, mittelfristig etwas anderes. Nur – von welchem Zeitfenster war die Rede?

Ich stellte die – vielleicht etwas provokante – Frage, was kurz- und mittelfristig in diesem Kontext und in der Interpretation des GF bedeutet. Denn die Angabe des Zeithorizonts hilft wiederum in der Planung meines Bereiches, der Technik.

Dann wurde es kurios. Die Antwort war in etwa – ja, kurzfristig sei ab jetzt und mittelfristig danach. Ahh ja…

Im Hinterkopf hatte ich die Unterscheidung zwischen operativer, taktischer und strategischer Planung. Allgemein und branchenunabhängig beträgt die Planzeit für Kurzfristigkeit bis zu einem Jahr, für die Mittelfristigkeit werden drei bis fünf Jahre angegeben und die Langfristigkeit beginnt ab fünf Jahren. Vgl. Fristigkeit.

Sicherlich ließen sich Unterschiede je nach Branche, Alter des Unternehmens, Führungsstil usw. feststellen – für ein junges Technologieunternehmen bedeutet kurzfristig evtl. nur eine Woche, während in einem Stahlkonzern Zeiträume von zwei Jahren noch als kurz angesehen werden.

Mich interessierte folglich die Sicht des GF, um die Planung im eigenen Bereich optimieren zu können. Ich gab mich mit der ersten Antwort nicht zufrieden und fragte erneut nach einer Zeitangabe, schließlich gehört auch dies zur Festlegung der Strategie.

Die Antwort war nun ausweichend – statt dessen versuchte der GF erneut die Hälfte des Whiteboard-Inhalts zu erklären. Dieser war mir jedoch bereits bekannt, weshalb ich erwähnte, dass mir dies schon klar wäre, aber gerne eine Antwort auf die ursprüngliche Frage hätte.

Dann gab mir der GF den Ball zurück und fragte wiederum, welche Zeiträume ich im Kopf hätte. Mein innerliches “WTF?!?” drang vermutlich in diesem Moment nach außen, ich versuchte soweit wie möglich ruhig zu bleiben und fragte höflich, aber bestimmt, nun zum wiederholten Mal, welcher Zeitraum aus seiner Sicht gemeint sei. Die Antwort war vergleichbar zur ersten – konkrete Zeiträume habe er nicht im Kopf, und kurzfristig sei ab sofort und so weiter…

Das Spielchen hätte vermutlich noch weiter hin und her gehen können, mir persönlich waren diese fünf Minuten sinnloser Diskussion bereits wie eine Stunde vorgekommen, so dass ich es letztlich mit einer Begriffsänderung versuchte – kurzfristig wäre in diesem Fall Schritt 1 und mittelfristig Schritt 2. Denn diese Begriffe beinhalten keine Zeitangabe und können nach Belieben interpretiert werden. Meine Planung wird dadurch zwar nicht genauer, aber wenigstens entsteht keine Pseudo-Terminierung, hinter der sich nur Phrasen und Worthülsen verstecken.

Und langfristig sind wir sowieso alle tot. 😉

 

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