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Back to the roots

Vor einiger Zeit schrieb ich über einen Abschied ohne Abschied. Ob es dieser gewesen ist, wird sich noch herausstellen. Zwar haben wir Nachrichten ausgetauscht, und uns sogar einmal getroffen, aber es war auch irgendwie merkwürdig. Erst mehr als vier Wochen keine einzige Nachricht, dann habe ich mich kurz gemeldet, daraufhin erfolgte relativ spontan das einzige Treffen. Und schließlich habe ich daraufhin wieder die Initiative ergriffen, doch das Ergebnis ist bis dato erneut nichts. Alles sehr seltsam, und für mich nicht wirklich verständlich.
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Nein!

Einfach nein. Was ist daran so schwer? Öfter mal nein sagen. Ach ja, dann ist man ja nicht sozial kompetent. Und klar, immer geht irgendwas. Herumgestümper zum Beispiel. Besonders in der Software-Entwicklung sehr weit verbreitet. Anstatt ein “nein, das geht nicht” oder ein wenig diplomatischer “nein, das geht jetzt nicht, wir können später darüber nachdenken” muss es weichgespült umschrieben werden. Ja, das geht, aber ist schwierig, weil dieses und jenes Feature dem gegenüber steht, und erst dieser oder jener Hotfix eingespielt werden muss, der wiederum Abhängigkeiten gegenüber… Blablabla!
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Schwuler Freund

Ich bin ein sehr guter schwuler Freund. Wirklich.

Die letzten Wochen waren seltsam. Seltsam, aber eigentlich ganz gut. Es ging beinahe stetig aufwärts. Es bezieht sich auf jene Frau, die mich noch immer fasziniert, die mir aber sagte, es wäre für sie nur eine “normale” Freundschaft vorstellbar. Alles kein Problem, ich respektiere es, kann aber nicht wirklich aufgeben. Oder anders – meine Reaktion ihr gegenüber war relativ – wie soll man sagen – neutral. Es nützt nichts, siehe letzter Beitrag, und über meine Gefühle will ich die Kontrolle haben, das werde ich nicht mehr abgeben. Niemandem. Nie mehr.

Ich habe mich weiterhin durchaus neutral verhalten. Nicht wirklich ignoriert, aber auch nicht allzu offen auf sie zugekommen. Und seltsamerweise reagierte sie merkwürdig, ja, von wegen ich würde sie gar nicht beachten, und wir hätten ein paar Tage lang gar nicht geredet und so weiter. Ja, es war so. Ja – und? Muss ich mit ihr reden? Wie war das noch – sie könne sich nichts weiter vorstellen als eine normale Freundschaft? Und reden “normale” Freunde ständig miteinander? Wohl eher nicht, oder?

Also kurzum – mein “normales” Verhalten schien für sie irritierend zu sein. Und wie soll man dies nun interpretieren? Jedenfalls ging es in der letzten Zeit dann eher aufwärts, wir waren Eis essen, wir haben mehrere Mittagspausen miteinander verbracht. Und wie darf ich das interpretieren?

Man erinnere sich – zuvor hat sie bereits erwähnt, sich von ihrem Freund getrennt zu haben. Und nun? Das zusammen mit der verbrachten Zeit, ihrer Verhaltensweise – war war los? Nun habe ich heute erfahren, dass sie wohl doch wieder – oder immer noch – mit ihrem Freund zusammen ist. Ah so. Interessant. Und wie schlecht die Welt doch sei. Heutzutage. Ja, ist sie. Definitiv. Und?

Ich bin wirklich ein guter schwuler Freund. Nur ebenso wirklich nicht schwul. Und ich habe einfach genug von diesem Status.

Und nun? Weiterhin mit ihr Zeit verbringen? Auf die Gefahr hin, dass es alles totaler Unfug ist? Auf die Gefahr hin, dass diese Zeit einfach nur verschenkt und kein bisschen zielführend ist? Wobei das Ziel zunächst definiert werden müsste, aber das ist eine andere Geschichte.

Oder wieder auf Abstand gehen, nichts unternehmen, sich “normal” verhalten? Dann wird sich jedoch auch nichts ändern, erst recht nicht in der “normalen” Beziehung zu ihr.

Und diese Aussagen von wegen ein “Mann müsse alles für die Frau tun” – ich wäre fast geneigt “ja, gerne” zu sagen, aber genau dies war bis jetzt eben nicht möglich. Als schwuler Freund ist man sowieso immer der Arsch. Außer in diversen Filmen. Da klappt es. Sofern man sich einen dämlichen Overall anzieht und den Superhelden spielt. Tolle Idee. Vielleicht sollte ich das mal versuchen.

 

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Anders. Weiter. Richtig.

Und es geht weiter. Richtig weiter. Ich will gar nicht viele Worte darüber verlieren. Die letzten Tage war ich recht beschäftigt, quasi Leben aufräumen. Vieles, was liegen geblieben ist, endlich erledigt. Es war gut so. Es musste sein.

Und ein wenig habe ich auch aufgeräumt mit einigen Vorstellungen. Ich hatte mir Gedanken darüber gemacht, wie die nächste Zeit aussehen wird, wie ich reagieren werde, ihr gegenüber. Werde ich mir meine Emotionen anmerken lassen, werde ich mich zurückziehen, werde ich gar nichts tun? Ich wusste es nicht.

Viele Möglichkeiten, viele Wege, viele Optionen. Aber welche wäre richtig, gab es überhaupt eine richtige? Und was heißt “richtig” in diesem Kontext? Was ist das Ziel? Was ist mein Ziel? Sie zu “erobern”? Das ist vorbei. Vielleicht noch nicht ganz vorbei, aber weitestgehend vorbei. Sie wollte “Freundschaft”, mehr nicht. Das war nicht mein Ziel. Und nun?

Vielmehr stellt sich die Frage, wie ich – nach zugegebenermaßen einigen Tagen, in denen noch Verwirrung herrschte – reagieren werde. Ich werde sie unweigerlich wiedersehen, wir laufen uns auf den Fluren über den Weg. Aber sollte ich dann sauer sein? Eingeschnappt? Beleidigt? Und was würde es mir nützen?

Oder statt dessen mich zurückziehen? Das Weite suchen? Wem wäre damit geholfen? Außer vielleicht ihr, sie hätte “gewonnen”, damit quasi “Macht” über mich erhalten.

Nein, nichts von alledem. Ich werde meine “Bedürfnisse” nicht zurück stellen. Ich werde ihr nicht wie das letzte Arschloch, aber auch nicht wie der Vollhonk, für den mich sicherlich manche halten, gegenüber treten. Das Spiel ist vorbei. Eine gute Freundin hat mich darin bestärkt, mich so zu verhalten, wie ich es bereits zuvor für “richtig” gehalten habe. Ihr selbstbewusst und freundlich gegenüber sein. Eben so, wie ich denke, dass ich bin. Und letztlich auch sein möchte. Was das Ergebnis dessen für diese – neutral formuliert – Beziehung ist, ist irrelevant. Ich werde diesbezüglich keine Hoffnungen auf Änderungen hegen. Ihre Entscheidung ist gefallen und ich respektiere dies. Es ist bedauerlich, aber ich respektiere es. Wie auch immer wir uns in Zukunft verstehen werden, es spielt für mein Verhalten keine Rolle.

Statt dessen geht es darum, wie ich mich dabei fühle. Ich möchte nicht meine Lebenszeit und -kraft damit verschwenden, jener möglicherweise verpassten Gelegenheit nachzutrauern. Ich möchte mich statt dessen wohl fühlen, auf die Zukunft bzw. Gegenwart konzentrieren. Da hilft es überhaupt nicht, wenn ich es bedauere, dies und jenes getan oder anderes gelassen zu haben. Da hilft es nicht, bis ins Detail nach Gründen für ihr oder mein Verhalten zu suchen. Da hilft es nicht, sich auf die Vergangenheit zu konzentrieren.

Ich habe heute wieder einmal in einem anderen Kontext erlebt, wie schnell sich eine unter Kontrolle geglaubte Situation ändern kann. Ich habe daraufhin wie ich denke “richtig” reagiert. Was spricht also dagegen, dies nicht auch hierbei analog zu tun? Manche Situation kann ich nicht ändern – gut, akzeptiert. Dass ich keine Erfahrung mit Frauen habe, zum Beispiel. Aber es ist so, ich verschweige es nicht, sondern stehe dazu. Es ist ein Teil von mir. Ich bin nicht zwangsläufig stolz darauf, aber es ist nun einmal so, und ich kann jetzt im Augenblick nichts daran ändern. Wenn es einmal anders wird – und ich hoffe es, dann wird sich alles weitere ergeben. Dann werde ich mir vielleicht auch darüber Gedanken machen – oder es wird einfach geschehen.

Jetzt erst recht.

 

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Und zurück. Oder vor. Oder gar nicht.

Zu viel ist passiert. Zu viel, um es hier alles zu skizzieren. Es geht nicht vor, es geht nicht zurück, es bleibt auf der Strecke. Und was heißt schon “Freundschaft”? Es kann das schönste Wort sein, es ist heute jedoch das Schlimmste, was ich mir vorstellen konnte.

Und ich hatte nicht damit gerechnet – nicht nach der Mail von damals, nicht nach den Gespräche und Begegnungen der letzten Tage, nicht nach diversen Andeutungen, nicht nach dem Austausch von Gedanken, und nicht nach einer kleinen Anmerkung einer dritten Person, die eigentlich gar nichts damit zu tun hat.

Insofern zu viele Fragen, zu viele Optionen, aber eigentlich bleibt mir nur der totale Rückzug oder weiterhin die Hoffnung. Beides hat Vor- und Nachteile. Sie hat mir erstmal die Tür vor der Nase zugeschlagen, wie ich es nicht anders kenne. Von wegen es ginge bei ihr in Richtung Freundschaft. Danke. Muss ich noch mehr sagen? Das klingt so altbacken und miserabel, wie es sich anfühlt. Nicht, dass es mich wundert, ich kenne diese Situation ja bereits. Nicht häufig, zugegeben, aber ich kenne sie. Und sie ist auch ein Grund, weshalb ich dieses Blog hier überhaupt erstellt habe. Und wer jetzt entgegnet, ja, Freunde kann man nie genug haben – stimmt. Aber es funktioniert nicht, wenn einer von beiden mehr will als eine Freundschaft. Und auch nie daran Zweifel gelassen hat. Es funktioniert einfach nicht. Oder es dauerte Jahre – bei mir zumindest, bis sich die Situation normalisiert bzw. auf eine für alle Parteien gangbare Ebene eingependelt hat. Davor verursacht es nur Schmerzen, Wehmut, Verärgerung, kurzum – alle schlechten Gefühle, die man sich vorstellen kann. Momentan habe ich – auf anderer Ebene – genug davon. Und bin auch nicht gewillt, mir dies erneut anzutun. Nur gerate ich immer an genau diejenigen Frauen, mit denen mir dies passiert. Normal war es nie, ansonsten wäre dieses Blog nicht vorhanden. Und ich nicht in der aktuellen Situation. Sie sagte mir noch, ich hätte alles richtig gemacht und so weiter. Wollte ich das hören? Ist es nicht einfacher, wenn einem ein Fehler deutlich gemacht wird? Alles richtig gemacht. Und das Ergebnis ist – nichts?!? Um es mit Noten auszudrücken – ungenügend? Passt das zusammen? Jemanden “näher kennenlernen” zu wollen, aber einem dazu weder die Zeit noch die Gelegenheit zu geben? Oder heißt “näher kennenlernen” mehr oder minder oberflächliche Gespräche während der Arbeitszeit?

Ja, wir haben uns auch zeitweise sehr viel und intensiv unterhalten. Aber war das bereits ein “Kennenlernen”? Sicherlich hat jeder eine eigene Auffassung davon. Meine ist, dass zumindest ein wenig Privates offenbart werden sollte. Ein wenig. Nur ein Stück. Um sich kennenzulernen, wie man außerhalb des Büros und der Zwänge der Arbeit ist oder vielmehr sein möchte. So wie man sich dann eben auch privat verstehen könnte. Und so weiter. Fragen über Fragen, am Ende bleiben schwer wiegende Erinnerungen. Oder eben auch nichts. Keine Antwort, kein Feedback. Die Gewissheit der Ungewissheit. Und viele Worte, wie diese hier. Genau.

 

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