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Ein Mann kann etwas verändern. Eine Mail auch.

Ein Mann kann etwas verändern. Diese Aussage stammt aus der ersten Folge, dem Pilotfilm von Knight Rider, eine meiner bevorzugten 80er-Jahre-Serien. Von Wilton Knight ausgesprochen, ein Grundsatz, der die gesamte Serie umklammert. Ein Mann kann etwas verändern.

Eine Mail auch. Eine Mail, die wunderschön ist, von jener Frau, die mindestens ebenso wunderschön, klug, gewitzt und jetzt auch wieder einmal überraschend ist. Letzte Woche war noch alles anders. Gestern kam – zu meiner wirklich sehr großen Überraschung diese Mail.

Letzte Woche, es war Dienstag, ich war wieder im Büro, wollte ich hier noch etwas schreiben. Und zwar, wie schwierig es trotz des Abstands von über einer Woche war, sich wieder halbwegs normal zu geben. Sich so zu verhalten, wie es von einem möglicherweise erwartet würde. Professionell zu handeln, ohne in die eine oder in die andere Richtung zu kippen. Um es kurz zu machen – es hat nicht funktioniert.

Bereits die physischen Auswirkungen des vermeintlich normalen Tages mit vermeintlich normalen Begegnungen waren erstaunlich. Ich spürte, wie mein Herz schneller schlug, als sie an der Tür vorbei ging. Ich merkte, wie ich ihre Stimme aus dem Gewirr im Flur heraus hörte, und gleichsam berührte. Ich hatte einige Vorbehalte, zu ihr ins Büro zu gehen, glücklicherweise befand sich noch eine Kollegin darin, mit der ich die betriebliche Angelegenheit klären konnte. Ich empfand mein Verhalten selbst als seltsam, als ich ihr Lächeln nicht wirklich erwiderte, aber es funktionierte eben noch nicht. Und ich wollte schnell vorbei gehen, als wir uns im Flur begegneten. Ich musste mich extrem weg-konzentrieren, mehr als ich erwartet hatte. Verdammt.

Mir war klar, dass die ersten Tage schwierig sein würden. Und vielleicht auch Wochen, oder Monate. Und habe mir die merkwürdigsten Szenarien ausgedacht, beinahe wie üblich. Der nächste Tag war frei, da Feiertag, und in den restlichen beiden Tage der Woche war sie nicht da. Ich war mir nicht sicher, ob ich dies bedauern oder begrüßen sollte. Einerseits keine Möglichkeit, Kontakt zu halten, andererseits war es für mich auch einfacher, das “Tagesgeschäft” zu erledigen.

Das war der Stand bis gestern Abend. Das Verdrängen oder Überlagern funktionierte inzwischen ganz gut, zumindest wenn ein gewisser Abstand herrschte. Je mehr, desto besser. Und ich wollte nicht in die Lage geraten, zuviel zu investieren, mir zu viele Gedanken zu bereiten, sondern die Situation soweit und vor allem so schnell wie möglich zu akzeptieren. Bis gestern Abend. Doch dazu später.

 

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Eine Woche

Eine Woche. Soviel Zeit ist vergangen seit dem denkwürdigen Moment, in dem mir diese “Entscheidung” mitgeteilt wurde. Eine Woche ist nicht viel, aber momentan kommt mir dies durchaus lang vor. Einiges hat sich verändert, anderes nicht. Ich habe die Zeit recht gut genutzt, um produktiv zu sein, habe aber auch ein wenig in der Vergangenheit geschwelgt. Jedoch in einer weiter zurück liegenden Vergangenheit, ich habe mir einen Video-Grabber gekauft, um ein paar alte Aufnahmen von VHS-Kassette zu retten. Damals gab es übrigens noch “Ansager” im TV. Also Leute, die den halben Inhalt eines Films vor dem Film erzählen, damit man vorbereitet ist, wenn der Film im Anschluss daran beginnt. Und das Ende wurde nicht abrupt abgebrochen oder durch Vorankündigungen oder Reklame überlagert, sondern bis zum letzten Frame ausgespielt. Die Speicherung zu Hause erfolgte auf ziemlich unhandlichen Dingern namens Video-Kassetten. Dennoch bin ich erstaunt, dass nach mehr als 24 Jahren die Qualität durchaus noch gut ist – zumindest besser, als ich es befürchtet hatte. Manches hält doch länger als erwartet, und magnetische Aufzeichnung gehört offensichtlich dazu.

Diese alten Aufnahmen könnte ich überspielen, mit neuen Inhalten füllen, aber wer will das schon? Die Kassetten sind alt, der Videorekorder ist alt (er befand sich ca. 9 Jahren im Keller, ich habe ihn nur wieder in Betrieb genommen, da das erste Exemplar nach der ersten Kassette aufgegeben hatte und sich nicht wieder zur Funktionsfähigkeit überreden ließ). Und das Verfahren ist kaum mehr zeitgemäß, dazu bieten Festplatten, respektive der heimische Media-Server einfach zu viele Vorteile. Die DVD-Ära überspringe ich mal, denn letztlich war diese nicht der große Fortschritt gegenüber Videokassetten.

Aber angenommen, ich würde eine neue Aufnahme auf Kassette durchführen wollen. Ich müsste nur das richtige Programm finden, eine Kassette einlegen und den Aufnahme-Knopf drücken. Zur genauen Erläuterung verweise ich an dieser Stelle auf Wikipedia… Damit wird gleichzeitig die alte Aufnahme gelöscht, indem die Magnetpartikel des Bandes neu ausgerichtet werden. Eine praktische Sache.

Nun ist es mit Gefühlen weniger einfach. Zwar ist inzwischen einiges überlagert, was am letzten Freitag und in den Tagen danach noch sehr aktuell und offen war. Aber die ultimative Löschroutine wird es nicht geben. Selbst aus der kurzen Zeit oder aus den Gesprächen zuvor ergeben sich Erinnerungen. Und daraus wiederum Momente, die einer Verarbeitung bedürfen. Und insbesondere wird die erste Zeit, in der wir uns wieder mehrfach pro Woche sehen, nicht ganz einfach sein. Normaler, oder vielmehr professioneller Umgang wird erwartet. Nicht zuletzt von mir selbst. Und von ihr wahrscheinlich auch. Da ich mich ein bisschen kenne, muss ich gestehen – meine Löschroutinen sind mitunter recht langsam. Vielleicht stammen sie noch aus der alten, analogen Zeit. Insofern ist eine Woche eigentlich gar nichts. Und noch immer weiß ich nicht genau, wie meine Reaktion in einigen Tagen aussehen wird. Unterkühlt? Freundlich? “Normal”? Was heißt “normal” in diesem Kontext? Hier bleiben zunächst viele Fragen offen. Klar ist jedoch, dass es anders sein wird als zuvor. Auch nicht mehr “freundschaftlich” im Sinne einer “normalen” Freundschaft zwischen Frau und Mann. Diese Sätze habe ich zwar nicht übermäßig oft, aber doch genug gehört. Denn diesmal sollte es anders sein – war es anders. Eine Woche. Und nun wieder überlagern, ich wollte noch ein Konzept und daraufhin Datenmodell erstellen…

 

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Hearts of Stone

Es ist verrückt. Lieder aus vergangenen Zeiten. Filme aus vergangenen Zeiten. Manchmal kommen sie plötzlich wieder. Erinnerungen an vergangene Zeiten. Ich bin ein Kind der 70er, mehr jedoch aufgewachsen in den 80ern, eine sehr intensive Zeit. Mit einer Rechenmaschine hat es begonnen, es gibt ein lustiges Foto von mir, damals dürfte ich etwa drei Jahre alt gewesen sein. Scherz.

Nein, meine persönliche Computer-Ära hatte Mitte der 80er begonnen – mit einem hierzulande recht unbekannten Heimcomputer-Modell für sage und schreibe 348,- DM. Deutsche Mark, für alle, die diese Währung nicht mehr kennen. Die ganze Geschichte würde mindestens ein Buch füllen, aber es war eine Zeit, in der Computer noch etwas Ungewöhnliches waren. In der man ihnen alles zutraute. Und erst recht den Freaks, den “Hackern”. Daraus entstanden nette, lustige, schöne, oberflächliche, tiefgründige, unterhaltsame und aus heutiger Sicht auch mitunter sehr naive Filme. Als “Der Bastard” 1989 im TV gezeigt wurde, ein Film, der von einem jener “Hacker” handelte, der sich per Zufall in Kriminalität verstrickt wurde und am Ende natürlich der Held war. Eine einfache Handlung, aber ein spannender Thriller in drei Teilen. Ich habe diesen Film damals auf Video aufgenommen. Leider ist er heute nicht mehr zu bekommen, und wie meine alten Aufnahmen nach mehr als 20 Jahren aussehen, vermag ich nicht zu ergründen. Aber kaum ein paar Klänge des Titellieds gehört und schon war die Erinnerung wieder da. An damals, als ich noch viele Hoffnungen hatte und mindestens ebenso an die Technik respektive Computer glaubte.

Zwar ist die Qualität des Videos ungeheuer schlecht, aber dennoch angesichts der Ausschnitte des Films den reinen Song-Varianten vorzuziehen:

Zurück zu den 80ern? Nein, ich bin Realist, und damals war die Welt auch nicht einfacher. Zumindest ein Aspekt hat sich seit damals auch nicht geändert. Meine Erfahrung mit Frauen – oder damals Mädchen – ist dieselbe geblieben. 1989. Verrückt.

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