Flüchtlinge? Ja, bitte!

Soviel zu dem Thema. 😉

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Quelle des Originals: Titanic-Magazin.

Und wer meint, hier irgend eine Meinung von mir über Flüchtlinge heraus lesen zu müssen, ob ich links, rechts, oben, unten, quadratisch, praktisch, gut, gelb, grün, braun, rot, grau oder sonstiges bin, möge dies bitte für sich behalten. 🙂

 

 

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Einfach kompliziert?

In den letzten Tagen haben ich von zwei Personen, nennen wir sie Freunde, gehört, dass ich kompliziert sei. Das hat mich durchaus verwundert, denn bisher hatte ich mich für relativ normal gehalten. Aber was heißt schon kompliziert, was heißt normal, was wäre einfach? Und was wäre gut, sinnvoll oder wünschenswert?

Dank eines anderen – sagen wir Zufalls habe ich über einige Fragen, die mich betreffen, vor kurzem ebenfalls nachgedacht. Über die näheren Umstände kann ich mich hier nicht äußern, aber diese Fragen haben wiederum einige Fragen in mir aufgebracht, von denen ich dachte, längst eine Antwort darauf zu haben.

Wieso bin ich einfach? Wieso normal? Und wieso kompliziert? Und will ich überhaupt einfach sein? Also eigentlich halte ich mich tatsächlich für relativ normal. Zugegeben, mit einigen Ecken und Kanten. Doch ich denke, dass diese jeder hat. Ob nun mit Altlasten verbunden, Schatten der Vergangenheit, oder auch ob eine gewisse Vergangenheit und Erfahrung schlicht und einfach fehlt und daraus die Gegenwart wiederum komplizierter wird als gewünscht.

Wie ein weiterer Zufall es wollte, habe ich vor ca. zwei Monaten eine neue Stelle angenommen. Diese Stelle erlaubt es mir, endlich wieder wirksam zu sein. Im Gegensatz zum alten Job, der einfach nicht mehr tragbar für mich war. Vielleicht trage ich daran auch eine gewisse Mitschuld, ich hätte auch früher reagieren und kündigen sollen. Aber ich habe es lange Zeit versucht, ich habe es lange Zeit ausgehalten mit der Hoffnung, dass es besser würde. Ich war auch durchaus unbequem, habe Kritik geäußert, was, wie sich heraus stellen sollte, ebenfalls nicht erwünscht war. Über die Erfahrungen könnte ich vermutlich ein ganzes Buch schreiben, aber darum geht es hier weniger. Immerhin habe ich Erfahrungen auf diesem Gebiet, insofern kann ich mir darüber eine Meinung bilden und entsprechend reagieren – ob jetzt oder in Zukunft. Der neue Job hingegen ist eine Kehrtwende um 180°, ein kleines Team, ein wirksames Team, ein sehr angenehmes Betriebsklima, kein Hauen und Stechen, keine Positionskriege, sondern wahre Kooperation und Teamarbeit. Und noch dazu gute und sachliche Diskussionen, auf fachlicher Ebene geführt. Damit komme ich prima klar, finde sogar, dass es bereichernd ist und nicht nur das Team, sondern auch das Produkt und insgesamt das Unternehmen weiter bringt. Auch darüber könnte ich mich hier noch weiter gehend äußern, aber diese Situation stellt eigentlich nur die Basis dar.

Denn somit hat sich die Situation im Job gewaltig gebessert, was für mich wiederum bedeutete, dass ich wesentlich zufriedener geworden bin. Ich stehe nun gerne auf, freue mich auf den Tag und dessen Herausforderungen und weiß, dass es definitiv nicht langweilig wird. Noch dazu habe ich es selbst in der Hand, zumindest einen Teil der Arbeit zu gestalten und voran zu treiben. Den Wechsel habe ich somit bis dato zu keinem Zeitpunkt bereut, das Gegenteil ist der Fall. Und eigentlich war es sehr einfach, diesen Schritt zu wagen. Zumindest habe ich ein gewisses “Backup”, denn als Software-Entwickler ist es nach wie vor ein Leichtes, eine neue Stelle zu bekommen.

Das alles hat dazu geführt, dass ich mich in den letzten Wochen doch recht bis sehr gut gefühlt habe. Die Widrigkeiten des Alltags waren etwas leichter zu bewältigen. Vielleicht auch daher, weil ich mich weniger damit beschäftigt hatte. Nun stellt sich die Frage, ob ich glücklich gewesen bin. Doch was heißt schon “glücklich”? Was wäre “glücklich”? Zufrieden mit einigen Entscheidungen, ja. Zufrieden mit mir auf beruflicher Ebene – definitiv. Zufrieden mit einigen Tagen, ebenso. Doch nicht alles dreht sich um die Arbeit und deren Annehmlichkeiten. Eben.

Ebenfalls wurde mir die Vermutung entgegen gebracht, dass ich viel Zeit für  mich bräuchte. Ist das der Fall? Nun, einerseits ja, wenn ich an meine jetzige Situation denke. Ich bin durchaus nach innen gerichtet, reflektiere viel, denke auch über einiges nach. Ich wäre nicht ich, wenn ich dies nicht zugeben würde. Andererseits hängt dies wiederum mit genau der Situation zusammen, in der ich mich befinde. Und natürlich beschäftige ich mich mit interessanten Dingen, etwa neuen Technologien, auch privat. Damit vergeht durchaus die eine oder andere Minute. Doch auch dass ist der Situation geschuldet. Ich will mich hier gar nicht heraus reden, aber natürlich ergeht es mir so, dass ich mich – analog zu der Situation im vormals suboptimalen Job – in einer gewissen Nische bequem gemacht habe. Und somit entsteht ein Teufelskreis, der nur mit einigen Mühen zu durchbrechen ist. Oder durch Einfluss von außen. Wenn man merkt, dass es so einfach nicht mehr weiter geht.

Im Fall des Jobs habe ich gekündigt. Zunächst ohne Netz und doppelten Boden. Ich war bereits genervt von einigen Sachen, und als ich erfahren habe, dass die Team-Aufteilung noch sinnloser werden sollte als zuvor, und damit einher gehend die Aufgaben, war mein Geduldsfaden gerissen. Natürlich hatte ich mir auch zuvor bereits Gedanken bereitet, um nicht zu sagen lange mit dem Gedanken gespielt, endlich die Konsequenzen zu ziehen. Doch wie es war, ich hatte einige Freiheiten, konnte mehr oder minder jederzeit anecken, brauchte auch nicht zu fürchten, dass mir selbst gekündigt werden würde (denn das hätte ich mit Freude zur Kenntnis genommen), konnte Aufgaben aussuchen, und da null Kontrolle herrschte (damit jedoch auch null Feedback), habe ich mir teilweise tatsächlich das heraus gesucht, was mich gerade interessierte. Es wäre sogar für das Unternehmen sinnvoll gewesen – wenn dieses das Potenzial erkannt hätte. Es war insofern eine Nische, es war eine Komfortzone, in der ich mich befand. Dort hinaus zu brechen bedurfte eines gewissen Impulses.

Privat sieht es nicht viel anders aus. Ich bin mir bewusst, dass es momentan sehr suboptimal ist. An einigen Sachen kann ich nichts ändern, will es auch nicht. Bei anderen hingegen habe ich es in der Hand, könnte dies und jenes, wenn dies und jenes… Und so weiter. Ja, es wäre sicherlich noch viel mehr möglich. Doch man befindet sich in der Komfortzone. Irgendwie geht es ja weiter. Irgendwie werde ich auch das aktuelle Tief überstehen, zur Not flüchte ich mich in die Arbeit. Oder in das Schreiben mehr oder minder sinnloser Texte wie diesem hier. Mit einiger Musik sind die Tage auch besser zu ertragen. Ich müsste schließlich erst zwei, drei Sachen reparieren bzw. reparieren lassen, danach könnte ich dies und jenes… Und so weiter. Interessant wäre auch eine nähere Betrachtung des Johari-Fensters. Sicherlich sehe ich mich anders als andere, und noch dazu auf anderen Ebenen. Was mir wichtig ist, mag irrelevant für andere sein. Was mir eher irrelevant erscheint, mag für andere eine entscheidende Rolle spielen. Da ich aber nicht die ganze Zeit darüber nachdenken will, begebe ich mich wohl lieber auf sicheres Terrain – und programmiere irgendwas. Oder teste irgendwas. Und so weiter. Der Nachteil an diesem Verhalten liegt auf der Hand – dadurch ändert sich nichts. Es wird nur überlagert. Im konkreten Fall vielleicht eine gute Möglichkeit, die nächsten Tage zu überstehen, ohne verrückt zu werden, aber dauerhaft nicht wirklich gesund.

Nun bleibt nur die Frage, wann der nächste Geduldsfaden reißt, der nächste Tropfen das Fass zum Überlaufen bringt und ich wie auch immer geartete Konsequenzen ziehe. Bin ich nun normal oder kompliziert? Eigentlich halte ich mich immer noch für recht normal…

 

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So still die See…

Und ich möcht es heraus schreien. Ich weiß es nicht! Ich weiß es einfach nicht! Leise war gestern. Ich möchte, dass alles es wissen. Dass vor allem sie es weiß. Vielleicht weiß ich es selber nicht, aber auch das möchte ich alle wissen lassen. Vielleicht ist der Tag gut, vielleicht ist der Tag schlecht, wen geht es etwas an? Vielleicht ist übrigens ein bescheuertes Wort.

Dabei nützt auch keine wissenschaftliche Analyse. Oder sonstiges Vorgehen. Keine guten Tipps, und noch weniger gut gemeinte. Es kommt nicht darauf an. Es spielt einfach keine Rolle. Ja, ich gebe es zu, ich weiß es nicht. Ich habe null, aber auch wirklich null Ahnung, wie ich in manchen Situationen reagieren soll. Oder kann. Oder möchte. Nein, letztes ist klar. Während man im Kopf schon zehn Schritte weiter ist, beweisen die Handlungen, dass nicht einmal ein halber gegangen ist.

Und wieder höre ich Musik viel zu laut, schreibe irgend welche unsinnigen Zeilen, haue mir den Kopf voll mit noch mehr Gedanken als ich momentan vertrage. Und dann? Dann gehe ich schlafen, wie immer. Wie immer alleine, ich kann nicht einmal sagen seit soundso vielen Jahren, weil es immer so war. Wenn die Gedanken nicht wären, wäre ich auch nicht. Aber vielleicht wäre es heute gut und richtig gewesen, zu viele Gedanken einfach mal fallen zu lassen und zuzugreifen. Die Sicherheitszone des halben Meters zu verlassen. Und nicht noch weiter zurück zu gehen. Und auf ein nächstes Mal zu warten, oder zu hoffen. Denn vielleicht gibt es kein nächstes Mal. Da ist es wieder, das “vielleicht”. Es scheint mich zu verfolgen.

Und noch immer bleibe ich hier sehr pseudonym, lasse zwar die geneigten Leser an meinen Gedanken teilhaben, aber unter dem zweifelhaften Schutz einer Pseudonymität. Es wird Zeit. Es wird so dermaßen Zeit, Entscheidungen zu treffen. Und wenn sie falsch waren, ok, akzeptiert. Und wenn sie richtig waren, umso besser.

Immerhin hat sie gelesen. Und ich bleibe dran. Ja, vielleicht hole ich mir dabei eine blutige Nase. Vielleicht auch nicht. Wenigstens muss ich mir dann nicht mehr vorwerfen, nichts getan zu haben. Und hoffentlich halte ich das durch, denn es liegt weit außerhalb meiner Komfortzone. Gerne würde ich “sie” wissen lassen, was ich hier geschrieben habe. Ob es dazu jemals kommt, weiß ich nicht. Aber ich weiß auch schon zu viel nicht. Siehe oben. Und damit schließt sich der Kreis.

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Schwuler Freund

Ich bin ein sehr guter schwuler Freund. Wirklich.

Die letzten Wochen waren seltsam. Seltsam, aber eigentlich ganz gut. Es ging beinahe stetig aufwärts. Es bezieht sich auf jene Frau, die mich noch immer fasziniert, die mir aber sagte, es wäre für sie nur eine “normale” Freundschaft vorstellbar. Alles kein Problem, ich respektiere es, kann aber nicht wirklich aufgeben. Oder anders – meine Reaktion ihr gegenüber war relativ – wie soll man sagen – neutral. Es nützt nichts, siehe letzter Beitrag, und über meine Gefühle will ich die Kontrolle haben, das werde ich nicht mehr abgeben. Niemandem. Nie mehr.

Ich habe mich weiterhin durchaus neutral verhalten. Nicht wirklich ignoriert, aber auch nicht allzu offen auf sie zugekommen. Und seltsamerweise reagierte sie merkwürdig, ja, von wegen ich würde sie gar nicht beachten, und wir hätten ein paar Tage lang gar nicht geredet und so weiter. Ja, es war so. Ja – und? Muss ich mit ihr reden? Wie war das noch – sie könne sich nichts weiter vorstellen als eine normale Freundschaft? Und reden “normale” Freunde ständig miteinander? Wohl eher nicht, oder?

Also kurzum – mein “normales” Verhalten schien für sie irritierend zu sein. Und wie soll man dies nun interpretieren? Jedenfalls ging es in der letzten Zeit dann eher aufwärts, wir waren Eis essen, wir haben mehrere Mittagspausen miteinander verbracht. Und wie darf ich das interpretieren?

Man erinnere sich – zuvor hat sie bereits erwähnt, sich von ihrem Freund getrennt zu haben. Und nun? Das zusammen mit der verbrachten Zeit, ihrer Verhaltensweise – war war los? Nun habe ich heute erfahren, dass sie wohl doch wieder – oder immer noch – mit ihrem Freund zusammen ist. Ah so. Interessant. Und wie schlecht die Welt doch sei. Heutzutage. Ja, ist sie. Definitiv. Und?

Ich bin wirklich ein guter schwuler Freund. Nur ebenso wirklich nicht schwul. Und ich habe einfach genug von diesem Status.

Und nun? Weiterhin mit ihr Zeit verbringen? Auf die Gefahr hin, dass es alles totaler Unfug ist? Auf die Gefahr hin, dass diese Zeit einfach nur verschenkt und kein bisschen zielführend ist? Wobei das Ziel zunächst definiert werden müsste, aber das ist eine andere Geschichte.

Oder wieder auf Abstand gehen, nichts unternehmen, sich “normal” verhalten? Dann wird sich jedoch auch nichts ändern, erst recht nicht in der “normalen” Beziehung zu ihr.

Und diese Aussagen von wegen ein “Mann müsse alles für die Frau tun” – ich wäre fast geneigt “ja, gerne” zu sagen, aber genau dies war bis jetzt eben nicht möglich. Als schwuler Freund ist man sowieso immer der Arsch. Außer in diversen Filmen. Da klappt es. Sofern man sich einen dämlichen Overall anzieht und den Superhelden spielt. Tolle Idee. Vielleicht sollte ich das mal versuchen.

 

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Ein Mann kann etwas verändern. Eine Mail auch.

Ein Mann kann etwas verändern. Diese Aussage stammt aus der ersten Folge, dem Pilotfilm von Knight Rider, eine meiner bevorzugten 80er-Jahre-Serien. Von Wilton Knight ausgesprochen, ein Grundsatz, der die gesamte Serie umklammert. Ein Mann kann etwas verändern.

Eine Mail auch. Eine Mail, die wunderschön ist, von jener Frau, die mindestens ebenso wunderschön, klug, gewitzt und jetzt auch wieder einmal überraschend ist. Letzte Woche war noch alles anders. Gestern kam – zu meiner wirklich sehr großen Überraschung diese Mail.

Letzte Woche, es war Dienstag, ich war wieder im Büro, wollte ich hier noch etwas schreiben. Und zwar, wie schwierig es trotz des Abstands von über einer Woche war, sich wieder halbwegs normal zu geben. Sich so zu verhalten, wie es von einem möglicherweise erwartet würde. Professionell zu handeln, ohne in die eine oder in die andere Richtung zu kippen. Um es kurz zu machen – es hat nicht funktioniert.

Bereits die physischen Auswirkungen des vermeintlich normalen Tages mit vermeintlich normalen Begegnungen waren erstaunlich. Ich spürte, wie mein Herz schneller schlug, als sie an der Tür vorbei ging. Ich merkte, wie ich ihre Stimme aus dem Gewirr im Flur heraus hörte, und gleichsam berührte. Ich hatte einige Vorbehalte, zu ihr ins Büro zu gehen, glücklicherweise befand sich noch eine Kollegin darin, mit der ich die betriebliche Angelegenheit klären konnte. Ich empfand mein Verhalten selbst als seltsam, als ich ihr Lächeln nicht wirklich erwiderte, aber es funktionierte eben noch nicht. Und ich wollte schnell vorbei gehen, als wir uns im Flur begegneten. Ich musste mich extrem weg-konzentrieren, mehr als ich erwartet hatte. Verdammt.

Mir war klar, dass die ersten Tage schwierig sein würden. Und vielleicht auch Wochen, oder Monate. Und habe mir die merkwürdigsten Szenarien ausgedacht, beinahe wie üblich. Der nächste Tag war frei, da Feiertag, und in den restlichen beiden Tage der Woche war sie nicht da. Ich war mir nicht sicher, ob ich dies bedauern oder begrüßen sollte. Einerseits keine Möglichkeit, Kontakt zu halten, andererseits war es für mich auch einfacher, das “Tagesgeschäft” zu erledigen.

Das war der Stand bis gestern Abend. Das Verdrängen oder Überlagern funktionierte inzwischen ganz gut, zumindest wenn ein gewisser Abstand herrschte. Je mehr, desto besser. Und ich wollte nicht in die Lage geraten, zuviel zu investieren, mir zu viele Gedanken zu bereiten, sondern die Situation soweit und vor allem so schnell wie möglich zu akzeptieren. Bis gestern Abend. Doch dazu später.

 

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