Anders. Weiter. Richtig.

Und es geht weiter. Richtig weiter. Ich will gar nicht viele Worte darüber verlieren. Die letzten Tage war ich recht beschäftigt, quasi Leben aufräumen. Vieles, was liegen geblieben ist, endlich erledigt. Es war gut so. Es musste sein.

Und ein wenig habe ich auch aufgeräumt mit einigen Vorstellungen. Ich hatte mir Gedanken darüber gemacht, wie die nächste Zeit aussehen wird, wie ich reagieren werde, ihr gegenüber. Werde ich mir meine Emotionen anmerken lassen, werde ich mich zurückziehen, werde ich gar nichts tun? Ich wusste es nicht.

Viele Möglichkeiten, viele Wege, viele Optionen. Aber welche wäre richtig, gab es überhaupt eine richtige? Und was heißt “richtig” in diesem Kontext? Was ist das Ziel? Was ist mein Ziel? Sie zu “erobern”? Das ist vorbei. Vielleicht noch nicht ganz vorbei, aber weitestgehend vorbei. Sie wollte “Freundschaft”, mehr nicht. Das war nicht mein Ziel. Und nun?

Vielmehr stellt sich die Frage, wie ich – nach zugegebenermaßen einigen Tagen, in denen noch Verwirrung herrschte – reagieren werde. Ich werde sie unweigerlich wiedersehen, wir laufen uns auf den Fluren über den Weg. Aber sollte ich dann sauer sein? Eingeschnappt? Beleidigt? Und was würde es mir nützen?

Oder statt dessen mich zurückziehen? Das Weite suchen? Wem wäre damit geholfen? Außer vielleicht ihr, sie hätte “gewonnen”, damit quasi “Macht” über mich erhalten.

Nein, nichts von alledem. Ich werde meine “Bedürfnisse” nicht zurück stellen. Ich werde ihr nicht wie das letzte Arschloch, aber auch nicht wie der Vollhonk, für den mich sicherlich manche halten, gegenüber treten. Das Spiel ist vorbei. Eine gute Freundin hat mich darin bestärkt, mich so zu verhalten, wie ich es bereits zuvor für “richtig” gehalten habe. Ihr selbstbewusst und freundlich gegenüber sein. Eben so, wie ich denke, dass ich bin. Und letztlich auch sein möchte. Was das Ergebnis dessen für diese – neutral formuliert – Beziehung ist, ist irrelevant. Ich werde diesbezüglich keine Hoffnungen auf Änderungen hegen. Ihre Entscheidung ist gefallen und ich respektiere dies. Es ist bedauerlich, aber ich respektiere es. Wie auch immer wir uns in Zukunft verstehen werden, es spielt für mein Verhalten keine Rolle.

Statt dessen geht es darum, wie ich mich dabei fühle. Ich möchte nicht meine Lebenszeit und -kraft damit verschwenden, jener möglicherweise verpassten Gelegenheit nachzutrauern. Ich möchte mich statt dessen wohl fühlen, auf die Zukunft bzw. Gegenwart konzentrieren. Da hilft es überhaupt nicht, wenn ich es bedauere, dies und jenes getan oder anderes gelassen zu haben. Da hilft es nicht, bis ins Detail nach Gründen für ihr oder mein Verhalten zu suchen. Da hilft es nicht, sich auf die Vergangenheit zu konzentrieren.

Ich habe heute wieder einmal in einem anderen Kontext erlebt, wie schnell sich eine unter Kontrolle geglaubte Situation ändern kann. Ich habe daraufhin wie ich denke “richtig” reagiert. Was spricht also dagegen, dies nicht auch hierbei analog zu tun? Manche Situation kann ich nicht ändern – gut, akzeptiert. Dass ich keine Erfahrung mit Frauen habe, zum Beispiel. Aber es ist so, ich verschweige es nicht, sondern stehe dazu. Es ist ein Teil von mir. Ich bin nicht zwangsläufig stolz darauf, aber es ist nun einmal so, und ich kann jetzt im Augenblick nichts daran ändern. Wenn es einmal anders wird – und ich hoffe es, dann wird sich alles weitere ergeben. Dann werde ich mir vielleicht auch darüber Gedanken machen – oder es wird einfach geschehen.

Jetzt erst recht.

 

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