Liebe Eishockey-Männer, liebe Weichspüler

Heute bin ich auf einen Artikel in der “Post von Wagner”-Rubrik gestoßen. Natürlich über Facebook kommend, weil die versammelte Verweichlichkeit allesamt anderer Meinung war. Von wegen, der Wagner sei alt und würde mit den neuen Anforderungen an das männliche Geschlecht nicht zurecht kommen, daher alte Werte pflegen, weil ihm nichts Besseres einfällt, oder er bräuchte einfach nur irgend ein Thema für seine Kolumne – und so weiter.

Im Kern dreht sich seine Aussage darum, dass erstens Eishockey ein brutaler Sport sei, und dass es zweitens dort noch “echte Männer” gebe, die von “hübschen Frauen” gegenüber dem “parfümierten Mann” bevorzugt werde. “Die Frau” würde also den Eishockey-Mann, das Alphatier, den “echten Mann” wählen und nicht die weichgespülte, gender-Mainstreaming-verseuchte Softie-Fraktion.

Nein, das sei selbstverständlich nicht so, Facebook ist sich da sehr einig. Ich frage mich, ob auf Facebook nur Extreme vorhanden sind – in meinem Freundeskreis scheint es keine “echten Männer” in diesem Kontext zu geben. Oder – fast noch schlimmer – sie trauen sich nicht, ihre Meinung dazu zu äußern. Das wiederum würde bedeuten, dass sie bereits frauenregiert das Duckmäusertum zelebrieren, und infolge dessen ebenfalls keine Alphatiere mehr sind. Ergo wiederum zur Weichei-Fraktion gehören.

Wagner oder Facebook?

Ich möchte einmal die Wagner-These aufgrund eigener Erfahrung prüfen. Also was – oder vielmehr wen – wollen “hübsche Frauen” wirklich? Meines Erachtens wollen sie – alles. Alles und jeden. Denn in der Realität sieht es noch viel schlimmer aus. Wagners Kolumne geht in diesem Kontext einfach nicht weit genug. Bemerkenswert, dass er mit den paar – wirklich wenigen – Zeilen, durchaus eine Kontroverse auslösen kann. Aber gut, was ist die nackte und ungeschönte Wahrheit?

Die Wahrheit

Frauen wollen alles. Insbesondere die “hübschen” Elemente des weiblichen Geschlechts.

Sie wollen den Weichspüler-Mann für:

  • Gespräche. Reden. Meist über Themen wie
    • “ich finde niemanden, der zu mir passt”,
    • “mein Freund hat mich verlassen”
    • “ich habe meinen Freund verlassen”
    • “ich passe nicht zu meinem Freund”
    • “mein Freund passt nicht zu mir”
    • “meine Ansprüche sind gar nicht so hoch!”
    • “mein Traumprinz muss Geld/Haus/Million haben”
    • “mein Traumprinz muss einen guten Job haben”
    • “mein Wunschpartner muss dunkel sein, einen Dreitagebart haben, größer sein, eine Schulter zum Anlehnen bieten, mir zuhören, mich auf Händen tragen…”
    • “die aktuelle Situation macht mich ziemlich sentimental”
    • “eigentlich kommt es auf andere Dinge an”
    • “die Beziehung war doch nichts”
    • “der Abend war so schön, ich habe noch lange darüber nachgedacht!”

 

  • Hilfe. Etwa:
    • “mein Drucker druckt nicht” (eine der harmlosesten Varianten, aber als erste Falle gut geeignet!)
    • “mein Chef ist scheiße, du hast doch einen guten Draht zu ihm, kannst du mir helfen”?
    • “ich habe da eine kompromittierende E-Mail versehentlich an einen Geschäftspartner verschickt, kannst du sie löschen?”
    • “ich möchte mit ein Auto/einen Computer/sonstiges technisches Gerät kaufen, kommst du mit?”
    • “wie komme ich bloß durch die Probezeit, ich habe XYZ-Kenntnisse bei der Bewerbung angegeben, weiß aber nichts darüber!”
    • “kennst du das …-Tool, was hältst du davon, ich kenne es nur oberflächlich!”
    • “weißt du, wie man die Cloud nutzt?”

 

  • Anlässe. Geburtstage. Weihnachten. Geschenke. Da hätten wir zum Beispiel:
    • “oh, dass Du daran gedacht hast, vielen Dank!!!”
    • “das ist so schön, das steht jetzt bei mir im Büro und ich sehe es jeden Tag!”
    • “ganz, ganz lieben Dank für diesen tollen Blumenstrauß!”
    • “du bist wirklich immer für eine Überraschung gut!”
    • “du hast mir eine wahnsinnige Freude damit gemacht!”
    • “ich drücke dich ganz fest”
    • “du hast meine neue Frisur bemerkt!”
    • “schau mal, meine neuen Schuhe!”
    • “das motiviert mich, damit ich … erreichen kann!”
    • “du bist ein so toller Mensch!”

Und sonst?

Für den ganzen Rest wollen sie das Alphatier, den Eishockey-Mann, den südländischen Macho, den “Schatz, setz dich, ich hol dir das Bier”-Mann.

Das Problem an der Sache ist, dass die Schnittmenge des Eishockey-Manns mit dem Weichspüler-Mann genau null ist.

Für die Tausche-Muskeln-gegen-Gehirnmasse-Männer unter den werten Lesern: Der Weichspüler-Mann bleibt in der Friendzone, während sich das Alphatier die Frau schnappt und sie zum sexuellen Höhepunkt treibt. Scheiß auf Reden, Haus, Million, zur Not geht’s ja auch an der Hauswand!

Fazit

Ach so – geheiratet wird entweder gar nicht oder die Frau startet direkt nach der Trauung den Versuch, dem Alphatier eine Umerziehung angedeihen zu lassen, damit die Realität den romantischen Vorstellungen ein paar Prozentpunkte näher kommt. Dass dies keinen Erfolg haben kann, liegt auf der Hand.

Aber hey, fürs Reden, Hilfe, Anlässe sind ja noch ein paar Weichspüler in Reserve…

 

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